Ein Ring, der seit Jahren in der Schublade liegt, ein paar Münzen aus dem Nachlass: Fast jeder Haushalt besitzt Gold, das niemand mehr trägt. Wer es zu Geld machen will, sucht meist unter dem Stichwort Goldankauf Ahlen und findet mehr Angebote, als sich an einem Nachmittag vergleichen lassen. Die Stadt gehört zum Kreis Warendorf in Nordrhein-Westfalen und hat rund 52.000 Einwohner.
Sie finden hier, wie der Ankaufspreis zustande kommt, welche Feingehalte es gibt, wie ein seriöser Ablauf aussieht und welche Fragen Sie vor jedem Abschluss stellen sollten. Ein Rechner weiter unten ermittelt den Feingoldgehalt Ihrer Stücke direkt im Browser.
Gold und Schmuck vor Ort
Ahlen liegt im Kreis Warendorf am Südrand des Münsterlandes, an der Grenze zum Ruhrgebiet, und ist eine Stadt mit Bergbaugeschichte: Die Zeche Westfalen prägte über Jahrzehnte Stadtbild und Arbeitswelt, Bergarbeitersiedlungen erinnern an diese Zeit, und das Gelände der Zeche wird heute neu genutzt. Das Kunstmuseum Ahlen sorgt für Kultur, und der Name der Stadt steht auch für das Ahlener Programm, das die CDU in der Nachkriegszeit beschloss. Viele Familien in der Stadt blicken auf lange Berufsjahre unter Tage oder in der Industrie zurück, aus denen Jubiläumsstücke und Eheringe geblieben sind; wer Altgold verkaufen möchte, tut das meist bei einem Nachlass, einem Umzug oder dem Wechsel in die Rente. Ansprechpartner gibt es in der Innenstadt; Beckum und Hamm liegen je zehn, Oelde neunzehn, Werne einundzwanzig Kilometer entfernt. Hamm bietet als nächste größere Stadt mehr Auswahl und ist über die Bahn schnell erreichbar. Wegen der kurzen Wege lassen sich zwei Angebote an einem Tag einholen. Fragen Sie nach Gewicht, Feingehalt und Abzügen und halten Sie das Ergebnis schriftlich fest.
Was Ihr Gold wert ist
Die Rechnung ist einfacher, als viele denken: Bruttogewicht minus Steine und Fremdteile ergibt das Goldgewicht, mal Feingehalt ergibt das Feingold, mal Tageskurs je Gramm ergibt den Materialwert. Ein Armband aus 585er Gold enthält also 58,5 Prozent reines Gold, der Rest ist Legierung aus Silber, Kupfer oder Zink.
Was ein Ankäufer vor Ort auszahlt, liegt bei Altgold unter diesem Wert, weil das Material erst geschieden werden muss. Gängige Anlagemünzen werden dagegen oft nah am Materialwert angekauft. Fragen Sie deshalb immer nach dem Preis je Gramm Feingold, nicht nur nach einer Gesamtsumme.
Die Punze verrät den Feingehalt. Diese Übersicht zeigt die gängigen Stempel und wofür sie typisch sind:
| Punze | Karat | Feingold | Typisch für |
|---|---|---|---|
| 333 | 8 Karat | 33,3 % | preiswerter Alltagsschmuck |
| 375 | 9 Karat | 37,5 % | britischer und irischer Schmuck |
| 585 | 14 Karat | 58,5 % | Trauringe, Ketten, Armbänder |
| 750 | 18 Karat | 75,0 % | Juwelierschmuck und Uhrengehäuse |
| 900 | 21,6 Karat | 90,0 % | historische Münzen wie Goldmark und Vreneli |
| 916 | 22 Karat | 91,6 % | Krügerrand, Sovereign, Schmuck aus Südasien |
| 986 | 23,6 Karat | 98,6 % | Dukaten aus Österreich |
| 999 | 24 Karat | 99,9 % | Goldbarren und moderne Anlagemünzen |
Feingehalt in Tausendstel, gerundet. Maßgeblich ist die Prüfung des Ankäufers.
Erbstücke aus Gold richtig bewerten
Nicht jedes Erbstück gehört in den Schmelztiegel: Markenuhren, Jugendstilschmuck und seltene Prägungen können als Ganzes deutlich mehr bringen. Ein reiner Materialankauf vergütet diesen Mehrwert nicht.
Steuerlich gilt bei geerbtem Gold: Die Besitzzeit des Erblassers zählt mit. Liegt der ursprüngliche Kauf über ein Jahr zurück, ist ein Gewinn meist steuerfrei. Für Einzelfälle ist eine Steuerberatung der richtige Ansprechpartner.
Altgold verkaufen: was zählt
Viele Verkäufer unterschätzen, wie unterschiedlich Altschmuck zusammengesetzt ist. Ein schwerer Ring aus 333er Gold bringt unter Umständen weniger als ein leichter Ring aus 750er Gold. Maßgeblich ist allein, wie viel reines Gold darin steckt, nicht das Gewicht des Stücks allein.
Steine, Perlen und Federringe aus Stahl zählen nicht zum Goldgewicht. Kleine Brillanten bringen beim reinen Materialankauf meist nichts zusätzlich; größere Steine sollten Sie vorher fassen lassen oder getrennt bewerten lassen. So bekommen Sie für Metall und Steine jeweils, was sie wert sind.
Checkliste für den Ankauf
Ob ein Ankäufer seriös arbeitet, zeigt sich an wenigen, klaren Merkmalen:
- Ein Ankaufsbeleg mit allen Angaben ist selbstverständlich.
- Er nennt den Grammpreis und den Tageskurs, auf den er sich bezieht.
- Es gibt keinen Zeitdruck und keine Gebühr fürs Ablehnen.
- Er fragt nach Ihrem Ausweis, das ist ein gutes Zeichen.
- Die Prüfung findet vor Ihren Augen statt.
Fehlt einer dieser Punkte, gehen Sie lieber zum nächsten Ankäufer. Hausbesuche, Ankaufsaktionen in Hotels und Haustürgeschäfte sind für den Goldverkauf keine gute Wahl.
Zahngold verkaufen
Zahngold wird oft unterschätzt, weil es klein und unansehnlich ist. Die Zusammensetzung schwankt allerdings stark: Es gibt hochgoldhaltige Legierungen, andere enthalten mehr Palladium oder Silber. Ein Pauschalpreis je Gramm ist daher selten fair.
Sammeln Sie Zahngold getrennt vom Schmuck und bringen Sie es so, wie es ist zum Termin. Beim Verkauf vor Ort, fragt am besten, wie bewertet wird: Schmelzprobe, Röntgenfluoreszenz oder Schätzung.
Gold prüfen lassen
Zu Hause hilft ein einfacher Magnet: Gold zieht ein Magnet nicht an. Haftet ein Stück am Magneten, ist unedles Metall im Spiel. Das ersetzt keine Prüfung, sortiert aber offensichtliche Fälle aus.
Punzen lesen Sie am besten mit einer Lupe bei Tageslicht. Oft steht neben dem Feingehalt ein Herstellerzeichen, bei älteren Stücken auch Angaben wie 14K oder 18K. Notieren Sie, was Sie lesen, bevor Sie zum Termin gehen.
So läuft ein Verkauf ab
Damit Sie beim Termin wissen, was Sie erwartet, hier der übliche Ablauf:
- Zuhause: Stücke nach Punzen sortieren, Gewicht notieren, Ausweis einpacken.
- Prüfung: Feingehalt und Echtheit werden offen am Tisch bestimmt, nicht im Hinterzimmer.
- Gewicht: Jede Legierung einzeln, Steine und Fremdteile werden abgezogen.
- Angebot: Der Ankäufer nennt Tageskurs, Ankaufsquote und Summe, schriftlich und nachvollziehbar.
- Auszahlung: Erst wenn Sie zustimmen, folgen Ankaufsbeleg, Ausweiskontrolle und Auszahlung bar oder per Überweisung.
Was rechtlich gilt
Ein Ausweis gehört zu jedem Goldverkauf, vor Ort wie überall. Das Geldwäschegesetz verpflichtet Händler, bei Bargeschäften mit Edelmetallen ab 2.000 Euro die Identität festzustellen, und viele seriöse Betriebe fragen grundsätzlich danach.
Steuerlich gilt für Privatpersonen: Gewinne aus dem Verkauf von Gold sind nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr steuerfrei. Bei kürzerer Haltedauer gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro für alle privaten Veräußerungsgewinne eines Jahres. Bei geerbtem Gold zählt die Haltedauer des Erblassers mit.
Kurz zusammengefasst
Unterm Strich ist der Goldverkauf eine Frage der Konditionen, nicht an der Lage des Geschäfts. Den Materialwert legt der Weltmarkt fest, den Abschlag der Händler. Wer beides kennt, verkauft souverän, vom einzelnen Ring bis zum ganzen Nachlass.


