Ein einzelner Ohrring ohne Gegenstück, ein paar Münzen aus dem Nachlass: Fast jeder Haushalt besitzt Gold, das niemand mehr trägt. Wer es zu Geld machen will, sucht meist unter dem Stichwort Goldankauf Sondershausen und findet mehr Angebote, als sich an einem Nachmittag vergleichen lassen. Rund 20.600 Menschen leben hier. Die Stadt gehört zum Kyffhäuserkreis in Thüringen.
Sie finden hier, wie der Ankaufspreis zustande kommt, welche Feingehalte es gibt, wie ein seriöser Ablauf aussieht und welche Fragen Sie jedem Ankäufer stellen sollten. Ein Rechner weiter unten ermittelt den Feingoldgehalt Ihrer Stücke ohne Anmeldung.
Stadtporträt aus Sicht des Goldes
Sondershausen im Kyffhäuserkreis war Residenz der Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen, und das Schloss mit seinen Sälen und Gärten erinnert an diese Zeit. Das Loh-Orchester hat der Stadt einen Ruf als Musikstadt verschafft, und der Kalibergbau hat die Region über Jahrzehnte geprägt, im Erlebnisbergwerk finden bis heute Führungen und Konzerte unter Tage statt. Die Wipper fließt durch die Stadt am Rand des Kyffhäusers, Nordhausen ist 16 Kilometer entfernt, Sangerhausen 32, Mühlhausen/Thüringen 33 und Erfurt, die nächste Großstadt, 45. In einer Stadt mit Bergbau und Residenzgeschichte haben viele Familien Erbstücke aus mehreren Generationen. Bei Haushaltsauflösungen, Nachlässen und Umzügen kommen Eheringe, Ketten, Münzen, Uhren und Zahngold zum Vorschein. Wer in der Stadt Altgold verkaufen möchte, kann in der Innenstadt anfragen und in Nordhausen oder Erfurt vergleichen. Bruchgold wird nach Gewicht und Feingehalt abgerechnet. Da Preise täglich schwanken, gelten Angebote meist nur kurz, wer mehrere Händler besucht, sollte das am selben Tag tun. Das macht die Zahlen vergleichbar und verhindert Überraschungen.
Was Ihr Gold wert ist
Hinter jedem Angebot steckt eine einfache Rechnung: Bruttogewicht minus Steine und Fremdteile ergibt das Goldgewicht, mal Feingehalt ergibt das Feingold, mal Tageskurs je Gramm ergibt den Materialwert. Ein Armband aus 585er Gold enthält also 58,5 Prozent reines Gold, der Rest sind Silber, Kupfer und andere Metalle.
Was ein Ankäufer vor Ort auszahlt, liegt bei Altgold unter diesem Wert, weil das Material erst geschieden werden muss. Gängige Anlagemünzen werden dagegen oft nah am Materialwert angekauft. Fragen Sie deshalb immer nach dem Preis je Gramm Feingold, nicht nur nach einer Gesamtsumme.
Die Punze verrät den Feingehalt. Diese Übersicht zeigt die gängigen Stempel und wofür sie typisch sind:
| Punze | Karat | Feingold | Typisch für |
|---|---|---|---|
| 333 | 8 Karat | 33,3 % | preiswerter Alltagsschmuck |
| 375 | 9 Karat | 37,5 % | Ringe und Schmuck aus Großbritannien |
| 585 | 14 Karat | 58,5 % | Trauringe, Ketten, Armbänder |
| 750 | 18 Karat | 75,0 % | Juwelierschmuck und Uhrengehäuse |
| 900 | 21,6 Karat | 90,0 % | ältere Umlaufmünzen aus Gold |
| 916 | 22 Karat | 91,6 % | Krügerrand, Sovereign, Schmuck aus Südasien |
| 986 | 23,6 Karat | 98,6 % | Dukaten aus Österreich |
| 999 | 24 Karat | 99,9 % | Barren und Anlagemünzen wie Philharmoniker oder Maple Leaf |
Feingehalt in Tausendstel, gerundet. Maßgeblich ist die Prüfung des Ankäufers.
Altschmuck richtig einordnen
Ein Schmuckkasten aus den achtziger Jahren enthält oft eine Mischung aus Gold, Silber, Doublé und Modeschmuck. Bevor Sie Altgold verkaufen, lohnt eine erste Sichtung zu Hause: Stempel mit der Lupe lesen, Unedles beiseitelegen, Gold nach Feingehalt trennen.
Stempel wie GP, GF, RG oder die Aufschrift „Doublé“ bedeuten, dass nur eine dünne Goldschicht auf unedlem Metall liegt. Solche Stücke kauft kaum ein Ankäufer zum Goldpreis. Ehrlich sortierter Schmuck verkürzt den Termin und macht Angebote vergleichbar.
Silberbesteck, Platinschmuck und Palladium
Viele Ankäufer nehmen neben Gold auch Silber, Platin und Palladium. Silberbesteck trägt oft die Punze 800 oder 925, versilbertes Besteck dagegen Zahlen wie 90 oder 100. Versilbertes hat kaum Metallwert, echtes Silber wird nach Gewicht bezahlt.
Platinschmuck ist oft mit 950 gestempelt und hat einen eigenen Kurs, der sich unabhängig vom Gold bewegt. Bei gemischten Beständen, sollte die Metalle getrennt wiegen lassen und für jedes einen eigenen Preis je Gramm verlangen.
So läuft ein Verkauf ab
Wer weiß, was beim Termin passiert, merkt schnell, wenn ein Schritt übersprungen wird:
- Zuhause: Stücke nach Punzen sortieren, Gewicht notieren, Ausweis einpacken.
- Prüfung: Feingehalt und Echtheit werden offen am Tisch bestimmt, nicht im Hinterzimmer.
- Waage: Auf einer geeichten Waage, deren Anzeige Sie sehen können, getrennt nach Feingehalt.
- Preis: Sie erhalten den Preis je Gramm und den Gesamtbetrag, am besten schriftlich.
- Abschluss: Erst wenn Sie zustimmen, folgen Ankaufsbeleg, Ausweiskontrolle und Auszahlung bar oder per Überweisung.
Gold prüfen lassen
Die Punze ist der erste Hinweis, aber noch keine Garantie. Deshalb prüft ein seriöser Ankäufer selbst: mit Prüfstein und Säure, mit einem Röntgenfluoreszenzgerät oder über die Dichte. Ein RFA-Gerät misst die Legierung zerstörungsfrei und in Sekunden.
Bestehen Sie darauf, dass die Prüfung vor Ihren Augen stattfindet. Stücke, die in ein Hinterzimmer verschwinden, sind ein Warnsignal. Für einen seriösen Ankäufer ist das selbstverständlich.
Barren richtig verkaufen
Kleine Barren von einem bis zwanzig Gramm sind beliebt, weil sie sich einzeln verkaufen lassen. Größere Barren haben geringere Aufschläge beim Kauf, werden beim Verkauf aber ebenso nah am Kurs angekauft.
Wer vor Ort Barren abgeben möchte, sollte den Tageskurs kennen und den Spread erfragen. Seriöse Händler nennen ihn offen, oft tagesaktuell auf einem Aushang oder ihrer Website. Für Anlagegold gilt zudem: Nach mehr als einem Jahr Haltedauer ist der Gewinn steuerfrei.
Ausweis, Geldwäschegesetz und Steuern
Beim Goldverkauf werden Sie nach Ihrem Ausweis gefragt, und das hat seinen Grund. Nach dem Geldwäschegesetz müssen Händler bei Bargeschäften mit Edelmetallen ab 2.000 Euro die Identität feststellen. Die meisten seriösen Ankäufer verlangen den Ausweis bei jedem Ankauf, auch um gestohlene Ware auszuschließen.
Steuerlich gilt für Privatpersonen: Gewinne aus dem Verkauf von Gold sind nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr steuerfrei. Bei kürzerer Haltedauer gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro für alle privaten Veräußerungsgewinne eines Jahres. Bei geerbtem Gold zählt die Haltedauer des Erblassers mit.
Vor dem Termin
Etwas Vorbereitung zahlen sich beim Goldverkauf fast immer aus:
- Mit der Prüfbank den Feingoldgehalt ausrechnen.
- Ausweis nicht vergessen.
- Zertifikate, Rechnungen und Etuis heraussuchen.
- Jede Gruppe wiegen und das Gewicht aufschreiben.
- Stempel mit der Lupe lesen und die Stücke nach Feingehalt trennen.
So vorbereitet erkennen Sie in jedem Gespräch, ob das Angebot stimmt.
Unterm Strich
Unterm Strich ist der Goldankauf Sondershausen eine Frage der Konditionen, nicht der Adresse. Den Materialwert legt der Weltmarkt fest, den Abschlag der Händler. Wer beides im Blick behält, verkauft gut, vom einzelnen Ring bis zum ganzen Nachlass.


