Ein einzelner Ohrring ohne Gegenstück, ein Säckchen mit Zahngold: Fast jeder Haushalt besitzt Gold, das niemand mehr trägt. Wer es zu Geld machen will, sucht meist unter dem Stichwort Goldankauf St. Wendel und findet mehr Angebote, als sich an einem Nachmittag vergleichen lassen. Rund 25.400 Menschen leben hier. Die Stadt gehört zum gleichnamigen Landkreis im Saarland.
Die Kapitel dieser Seite erklären Preisbildung, Feingehalte, Prüfverfahren und den Ablauf vor Ort. Dazu kommen Hinweise zu Münzen, Barren und Zahngold sowie ein Fragenteil am Ende.
Die Stadt im Porträt
Im Norden des Saarlandes gelegen, ist St. Wendel Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises und für viele Pilger ein fester Begriff: In der Wendalinus-Basilika ruht der heilige Wendelin, dessen Verehrung die Stadt seit Jahrhunderten prägt. Zwischen Saarbrücken und dem Hunsrück hat sich St. Wendel als Verwaltungs-, Schul- und Einkaufsstandort für die Umgebung etabliert. Die Innenstadt mit ihrer Fußgängerzone ist der Ort, an dem Alltag und Handel zusammenkommen. Wer Altgold aus dem Familienbesitz verkaufen möchte, etwa nach einer Erbschaft, beim Hausverkauf oder wenn Eltern in eine kleinere Wohnung ziehen, beginnt oft vor Ort. Weil die Stadt überschaubar ist, lohnt der Vergleich mit den Nachbarn: Neunkirchen, Homburg und St. Ingbert liegen rund 14 bis 21 Kilometer entfernt, die Landeshauptstadt Saarbrücken etwa 29 Kilometer. Dort finden sich mehr Anlaufstellen, wenn Sie Angebote für Schmuck, Bruchgold oder alte Münzen nebeneinander legen wollen. Gerade bei größeren Mengen sollten Sie sich Zeit nehmen, mehrere Einschätzungen einholen und die Stempel auf den Stücken prüfen.
So entsteht der Ankaufspreis
Gold wird weltweit in US-Dollar je Feinunze gehandelt, eine Feinunze entspricht 31,1035 Gramm. Zweimal täglich legt der Londoner Markt einen Referenzpreis fest, an dem sich Händler bundesweit orientieren. Umgerechnet in Euro je Gramm und multipliziert mit dem Feingehalt ergibt sich der Materialwert Ihres Schmuckstücks.
Dieser Materialwert ist überall in Deutschland gleich. Unterschiede entstehen erst durch den Abschlag, den ein Ankäufer für Analyse, Transport zur Scheideanstalt und seinen Verdienst einbehält. Genau diesen Abschlag sollten Sie erfragen, denn er entscheidet über den Auszahlungsbetrag.
Welcher Stempel welchen Goldanteil bedeutet, zeigt die folgende Übersicht:
| Punze | Karat | Feingold | Typisch für |
|---|---|---|---|
| 333 | 8 Karat | 33,3 % | einfacher Schmuck, ältere Ketten und Anhänger |
| 375 | 9 Karat | 37,5 % | britischer und irischer Schmuck |
| 585 | 14 Karat | 58,5 % | Trauringe, Ketten, Armbänder |
| 750 | 18 Karat | 75,0 % | hochwertiger Schmuck, Uhrengehäuse |
| 900 | 21,6 Karat | 90,0 % | ältere Umlaufmünzen aus Gold |
| 916 | 22 Karat | 91,6 % | Anlagemünzen wie Krügerrand und Sovereign |
| 986 | 23,6 Karat | 98,6 % | österreichische Dukaten |
| 999 | 24 Karat | 99,9 % | Goldbarren und moderne Anlagemünzen |
Feingehalt in Tausendstel, gerundet. Maßgeblich ist die Prüfung des Ankäufers.
Wie Ankäufer Gold prüfen
Zu Hause hilft ein einfacher Magnet: Gold zieht ein Magnet nicht an. Bleibt ein Stück hängen, steckt Eisen oder Nickel darin. Das ersetzt keine Prüfung, sortiert aber offensichtliche Fälle aus.
Punzen lesen Sie am besten mit einer Lupe bei Tageslicht. Neben dem Feingehalt finden sich oft Herstellerzeichen, bei älterem Schmuck manchmal auch Karat-Angaben wie 14K oder 18K. Schreiben Sie sich auf, was Sie finden, bevor Sie zum Termin gehen.
Silberbesteck, Platinschmuck und Palladium
Kein Edelmetall liegt in deutschen Haushalten so oft herum wie Silber: Besteck, Becher, Münzen, Schmuck. Je Gramm ist es nur einen Bruchteil von Gold wert, deshalb lohnt sich der Verkauf vor allem bei größeren Mengen. Silberne Gedenkmünzen sind mindestens ihren Nennwert wert.
Palladium findet sich vor allem in Weißgold und Zahnlegierungen. Fragen Sie beim Ankauf vor Ort, ob Palladiumanteile vergütet werden, denn nicht jeder Ankäufer berücksichtigt sie.
Schritt für Schritt zum fairen Angebot
Wer die einzelnen Schritte kennt, erkennt sofort, wenn etwas fehlt:
- Vorbereitung: Schmuck nach Stempeln trennen, unedles Metall aussortieren, das Gewicht grob ermitteln.
- Prüfen: Der Ankäufer bestimmt vor Ihren Augen den Feingehalt, per Strichprobe oder Röntgenfluoreszenz.
- Wiegen: Jede Legierung einzeln, Steine und Fremdteile werden abgezogen.
- Rechnung: Der Ankäufer nennt Tageskurs, Ankaufsquote und Summe, schriftlich und nachvollziehbar.
- Abschluss: Erst wenn Sie zustimmen, folgen Ankaufsbeleg, Ausweiskontrolle und Auszahlung bar oder per Überweisung.
Ankauf im Laden oder per Versand
Neben dem Ankauf im Laden gibt es den Versand an einen Online-Ankäufer. Das spart den Weg, setzt aber Vertrauen voraus. Achten Sie auf versicherten Versand, ein Angebot vor der Auszahlung und das Recht, Ihr Gold zurückzubekommen.
Der klassische Ankauf im Laden hat einen Vorteil: Sie sehen die Prüfung, können direkt nachfragen und entscheiden in Ruhe. Für größere Posten und Erbstücke ist das meist der bessere Weg.
Altgold verkaufen: Schmuck, Ringe und Ketten
Ein Schmuckkasten aus den achtziger Jahren enthält oft eine Mischung aus Gold, Silber, Doublé und Modeschmuck. Vor dem Termin hilft eine erste Sichtung am Küchentisch: Stempel mit der Lupe lesen, Unedles beiseitelegen, Gold nach Feingehalt trennen.
Stempel wie GP, GF, RG oder die Aufschrift „Doublé“ bedeuten, dass nur eine dünne Goldschicht aufgetragen ist. Dafür zahlt ein Ankäufer fast nichts. Ehrlich sortierter Schmuck verkürzt den Termin und macht Angebote vergleichbar.
Woran Sie einen seriösen Ankäufer erkennen
Wie seriös ein Ankäufer ist, lässt sich an ein paar Punkten festmachen:
- Er prüft offen am Tisch, nicht im Nebenraum.
- Er nennt den Grammpreis und den Tageskurs, auf den er sich bezieht.
- Die Waage ist geeicht und die Anzeige für Sie sichtbar.
- Sie bekommen einen schriftlichen Beleg mit Gewicht, Feingehalt und Preis.
- Es gibt keinen Zeitdruck und keine Gebühr fürs Ablehnen.
Bei Ankäufen auf Durchreise und an der Haustür fehlen diese Punkte häufig: Zeit, Vergleich und ein Ansprechpartner, der auch später noch erreichbar ist.
Gut vorbereitet zum Termin
Etwas Vorbereitung bringen beim Verkauf oft mehr als jede Verhandlung:
- Jede Gruppe wiegen und das Gewicht aufschreiben.
- Belege, Zertifikate und Originalverpackungen mitnehmen.
- Ausweis nicht vergessen.
- Punzen bei gutem Licht prüfen und nach Feingehalt sortieren.
- Mit der Prüfbank den Feingoldgehalt ausrechnen.
Wer seine Zahlen kennt, verhandelt entspannter und nimmt nicht das erstbeste Angebot.
Unterm Strich
Mit dem Goldankauf St. Wendel verhält es sich wie mit jedem anderen Geschäft: Transparenz, Vergleich und Geduld führen zum besten Ergebnis. Sortieren, nachrechnen, vergleichen, in dieser Reihenfolge. Dann wird aus der Schublade voller Altgold ein fairer Betrag.


